Dale Johnson von der University of Arizona über die neuen Bildungs- und Lernformate
Dale Johnson, Direktor für adaptive Programme an der Universität von Arizona, USA, erklärt dem Lectera Magazin, was adaptives Lernen ist, wie es sich vom klassischen Lernen unterscheidet und wie es angewendet werden kann.
- Wie ist die Idee zum adaptiven Lernen entstanden?
Wir hatten ein konkretes Bedürfnis: Unsere Schüler hatten Schwierigkeiten mit Mathematik und wir wollten ihnen zum Erfolg verhelfen. Mathematik ist eines der schwierigsten Fächer für Studenten und wir haben über 40 Prozent unserer Studienanfänger verloren, weil sie ihren Mathematikkurs nicht bestanden hatten. Deshalb sind wir dieses Problem angegangen und ein System geschafft, mit dem unsere Studenten große Erfolge erzielen können.
- Wie können Sie die Effektivität des adaptiven Lernens messen? Gibt es Hinweise auf seine Wirksamkeit?
Wie erwähnt, konnten 40 Prozent unserer Studenten den Kurs an der Universität nicht belegen. Jetzt sind es nur noch 20 Prozent. Wir haben also die Durchfallquote erheblich reduziert. Unser Ziel ist es unter 10 Prozent zu kommen. Wir werden all diesen Studierenden zum Erfolg verhelfen, indem wir ihnen eine gute Mathematikausbildung mit einem adaptiven System bieten. Bei meiner Präsentation morgen um 10:30 Uhr werde ich Ihnen die Daten zeigen.
- Was denken Sie über die Personalisierung des Lernens: Ist das ein echter Trend oder nur ein Hype?
Oh, das ist ein Trend. Wir hatten mit Mathematik angefangen, worauf Biologie, Chemie, Physik, Wirtschaft und Psychologie hinzukamen und jetzt beschäftigen wir uns auch mit Philosophie. Wir sind also von den Naturwissenschaften zu den Geisteswissenschaften übergegangen. Und es funktioniert in jeder Disziplin gut. Daher glauben wir, dass dies die Zukunft der Bildung ist. Im Moment versuchen wir, die Lehrkultur so zu verändern, dass die Fakultät den Wert der Technologie versteht.
- Welche Bildungsformate werden verschwinden und welche werden zu einem Bezugspunkt für alle?
Ich sehe an dieser Stelle ein sogenanntes Leistungsparadoxon. Werfen wir einen Blick auf die Geschichte: Wenn wir Technologie an die Spitze eines veralteten Prozess setzen, führt dies zu Leistungseinbußen. Wie zum Beispiel in den neunziger Jahren, als jeder einen Zugang zu einem Computer bekam. Trotzdem haben wir hart gearbeitet, ohne mehr Nutzen daraus zu ziehen. In dieser Zeit haben wir begonnen, die mit dem Computer verbundenen Prozesse zu ändern. Mit dem Wachstum des World Wide Webs haben wir begonnen, viel mehr von Computern zu profitieren. So ist es auch mit der Bildung. Im Moment bieten wir den Lehrenden neue Technologie, die ihnen zunächst Probleme bereitet. Sie können nicht mehr erfolgreich unterrichten, da sie sich zu viele Sorgen um die Technik machen. Wir müssen uns also überlegen, wie wir diesen Zustand zum Besseren ändern können. Eines der Dinge, auf die wir uns konzentrieren, sind Vorträge. Vorträge waren schon immer ein Eckpfeiler der Bildung. Auch wenn wir denken, dass dies heute nicht mehr notwendig ist, weil wir alles digitalisieren können. Wir laden ein Video hoch, das den Studierenden jederzeit und überall zur Verfügung steht. Letztendlich sollte diese Transformation Teil der Diskussion sein. Wir können neue Technologien nicht einfach nur hinzufügen, sie müssen auch in den Arbeitsprozess integriert werden.
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