Iran stellt Schulen auf Fernunterricht um
Das iranische Bildungsministerium hat offiziell die Aussetzung des Präsenzunterrichts an allen Bildungseinrichtungen des Landes bekannt gegeben. Ab dem 21. April wechseln Schulen, Hochschulen und Universitäten für unbestimmte Zeit – bis auf weiteres – in den Fernunterricht.
Die Entscheidung wurde vor dem Hintergrund der Eskalation des Konflikts mit den USA und Israel getroffen. Ab dem 21. April wird der Bildungsprozess über zwei Kanäle organisiert: über eine spezielle Online-Plattform auf Basis des nationalen Intranet-Netzwerks des Iran und über staatliche Fernsehprogramme namens "Iran TV School".
Nach Angaben des Leiters der iranischen Organisation für Renovierung, Entwicklung und Ausstattung von Schulen wurden im Land mehr als 640 Bildungsgebäude in 17 Provinzen beschädigt. Davon wurden etwa 250 Gebäude ernsthaft beschädigt und müssen vollständig saniert werden. Diese Zerstörungen stören nicht nur den Bildungsprozess, sondern schaffen auch langfristige Probleme für die Wiederherstellung des Bildungssystems nach dem Ende des Konflikts.
Gleichzeitig mit der Umstellung auf Fernunterricht wurde der Iran praktisch vollständig vom globalen Internet getrennt. Laut NetBlocks, einer auf die Überwachung von Internetzensur spezialisierten internationalen Organisation, verzeichnet das Land die längste nationale Internetabschaltung in der Geschichte.
Der Großteil des Internetverkehrs fließt nun über das nationale Intranet-Netzwerk, das streng eingeschränkt ist und nur den Zugang zu iranischen Websites im Inland erlaubt. Die Umstellung auf Fernunterricht über das nationale Intranet-Netzwerk schafft ernsthafte Probleme, insbesondere für Kinder aus einkommensschwachen Familien und den ärmsten Regionen des Landes.
Während der COVID-19-Pandemie hatte der Iran bereits versucht, Elemente des Online-Lernens über Anwendungen und Plattformen einzuführen, die im nationalen Internet funktionieren. Aber selbst damals traten ernsthafte Schwierigkeiten auf. In einigen Provinzen, wie zum Beispiel Sistan und Belutschistan, ist die Internetinfrastruktur praktisch nicht vorhanden. Die meisten Menschen nutzen das Internet über Mobiltelefone, aber das Niveau der Smartphone- und Laptop-Besitzer in diesen Regionen ist extrem niedrig.
Um das Fehlen von Internet in einigen Teilen des Landes zu lösen, wurde ein Teil des Unterrichts auf das staatliche Fernsehen verlagert. Das Programm "Iran TV School" strahlt die Kernfächer nach Zeitplan aus. Experten räumen jedoch ein, dass das Fernsehformat nur ergänzend sein kann und kaum die volle Interaktion zwischen Lehrern und Schülern ersetzen wird.
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