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Kinesik

Was ist Kinesik?

was ist kinesik nonverbale kommunikation

Kinesik untersucht die nonverbalen Kommunikationsmittel der Menschen. Das heißt durch Gestik, Körperhaltung, Mimik und die Klangfarbe der Stimme werden unsere wahren Gedanken und Absichten auch dann offenbart, selbst wenn wir sie gern verheimlichen wollen würden. Kinesik ist eine Teildisziplin der Psychologie, die sich mit nonverbalen Ausdrucksmitteln beschäftigt. Im Business benutzt man öfter die folgende Definition: Kinesik ist die Sprache der nonverbalen Kommunikation.

Man benutzt bei der Kommunikation gewöhnlich auch nonverbale Signale, solche wie Mimik und Gestik. Diese Signale können uns viel mehr Information liefern als die Sprache schlechthin: wenn wir die Kinesik-Grundsätze beherrschen, wird der Gesprächspartner uns viel mehr erzählen, als er eigentlich beabsichtigt hat.   

Die ersten Kinesik-Forschungen sind uns aus dem XVIII. Jahrhundert bekannt. Etwa 1792 hat Pfarrer Johann Caspar Lavater aus Zürich seine „Physiognomischen Fragmente“ veröffentlicht. Darin beschrieb er, wie der Gesichtsausdruck und die Körperbewegungen mit Persönlichkeitseigenschaften des Menschen zusammenhingen. Das Thema der nonverbalen Kommunikation griff nach ihm der Begründer der Evolutionstheorie Charles Darwin auf. Der eigentliche Terminus «Kinesik» kommt allerdings erst im XX. Jahrhundert zum ersten Mal vor.

Neben Kinesik sind auch andere Komponenten der nonverbalen Kommunikation sehr wichtig. Dazu gehören solche wie

  • Proxemik — sie untersucht, wie die Menschen ihr Verhalten räumlich zum Ausdruck bringen, unter anderem, wie sie die Distanz beim Gespräch auswählen.
  • Prosodie untersucht die artikulatorische Redegestaltung, das heißt, die Hervorhebung einzelner Wörter durch Intonation, Pausen u.Ä.
  • Haptik untersucht taktile Kommunikationselemente, zum Beispiel Berührungen.

Die Bedeutung der nonverbalen Komponente in unserem Alltag ist kaum zu überschätzen: wir lesen und analysieren unbewusst Unmengen an nonverbalen Signalen von unseren Gesprächspartnern. Beim Geschäftsverkehr können wir mit nonverbalen Signalen einen engeren Kontakt mit dem Partner herstellen und seine wahren Absichten richtig verstehen.

Kinesik und Geschäftsetikette

kinesik und geschäftsetikette

Im Geschäftsverkehr sind viele Sätze, Gesten und sogar der Abstand zwischen den Gesprächspartnern durch den Kultur-Code vorgegeben. In verschiedenen Kulturen können sie sich stark voneinander unterscheiden. In den USA geben sich die Geschäftspartner immer die Hand, während sie sich in Japan voreinander verbeugen.

Kinesik umfasst viele Komponenten. Das Erste, worauf man beim Geschäftsgespräch achten sollte, ist der Blick. Man muss vor allem verstehen, ob der Partner bemüht ist, visuellen Kontakt herzustellen. Wenn der Partner Ihren Blickkontakt sucht, zeugt das von seinem Interesse am Gesprächsthema. Weicht der Geschäftspartner Ihrem Blick jedoch aus, kann das nicht immer Desinteresse bedeuten, sondern ganz einfach auf Müdigkeit hinweisen.

Im Grunde genommen ist nicht nur der Blickkontakt wichtig, sondern jedes nonverbale Kommunikationsmittel. Für die Geschäftsethik sind solche nonverbalen Kommunikationsmittel von Bedeutung wie Mimik, Gestik und die Körperhaltung. Die Körperhaltung des Gesprächspartners lässt sich entschlüsseln, wenn man sie nach drei Kriterien auswertet:

  • Offenheit – Geschlossenheit. Der Mensch, der eine geschlossene Körperhaltung hat, scheint sich vom Gesprächspartner durch Gesten abschotten zu wollen: er kreuzt Arme und Beine, beugt sich zur Seite, versucht, zwischen sich und den Gesprächspartner einen Gegenstand zu legen, wenn das Gespräch an einem Tisch stattfindet;
  • Abhängigkeit – Dominanz. Wenn man seine Abhängigkeit signalisiert, sieht man gewöhnlich von unten nach oben und senkt den Kopf. Diejenigen, die dominieren wollen, benehmen sich ganz anders: sie bemühen sich, auf den Gesprächspartner von oben herab zu sehen, klopfen ihn väterlich auf die Hand oder auf die Schulter;
  • Harmonie – Uneinigkeit. Wenn jemand auf Streit angelegt ist, nimmt er unbewusst eine aggressive Körperhaltung an, ballt die Fäuste zusammen oder stützt sich in die Seiten.

Wenn man die nonverbalen Signale deutet, muss man wissen, dass die Kommunikationspsychologie keine eindeutigen Antworten bietet, so dass es mitunter gar nicht so einfach ist, die wahren Beweggründe des Gegenübers aufzudecken. Trotzdem hilft uns Kinesik oft dabei, die echten Gedanken des Gesprächspartners zu verstehen und seine Motive nachzuvollziehen. Am eindeutigsten sind die verbreiteten Gesten, die die Menschen am häufigsten verwenden. Solche Gesten können die wahre Einstellung des Menschen zu den Worten des Gesprächspartners oder zum Problem unbewusst zum Ausdruck bringen.

Beispiele der Kinesik

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Kinesik ist gleich Kommunikation. Deshalb sind bei der Auslegung alle Nuancen und Halbtöne immer so wichtig. Es fällt manchmal schwer, eine konkrete Geste in einer bestimmten Situation richtig zu interpretieren, aber für einige Gesten hat die moderne Wissenschaft eine eindeutige Erklärung, zum Beispiel:

  • Der Mensch, der lügt, scheint sich selbst daran zu hindern, indem er sich den Mund mit der Hand zudeckt. Die Kinder können diese Geste wiederholen, während die Erwachsenen bemüht sind, sie zu tarnen – dann gähnen sie, decken sich den Mund zu oder kratzen sich an der Nase.
  • Genauso verrät den Menschen der Wunsch, sich die Ohren zuzustopfen, wenn der Gesprächspartner ihm etwas Unangenehmes sagt. Zum Beispiel kann er sich das Ohrläppchen reiben.
  • Wenn man sich mit dem Kinn auf die Hand stützt, ist man gewöhnlich gelangweilt oder müde.
  • Wenn der Gesprächspartner immer wieder auf die Tür schaut oder die Füße dem Ausgang zuwendet, kann das nicht nur ein nonverbales Signal, sondern eine direkte Andeutung sein, dass das Gespräch beendet werden sollte.
  • Wenn der Gesprächspartner sein Gesicht oder den Hals streichelt oder ab und zu reibt, zeugt das davon, dass er noch keine Entscheidung getroffen hat und aktiv darüber nachdenkt. Ebenso überlegt man sich etwas, wenn man am Brillenbügel knabbert oder die Brillengläser putzt.

Kinesik, ist  also die Sprache der Dynamik, kann man nicht nur bei Verhandlungen, sondern auch als Ausdrucksmittel für die Werbung einsetzen.  Das Beherrschen der Kinesik bringt eine Menge Vorteile mit sich, weil man dadurch sozusagen die Gedanken anderer Menschen ablesen kann. Die Lehrbücher für die Kinesik werden Ihnen zwar eine vage Vorstellung von dieser Wissenschaft vermitteln. Ideal wäre es dennoch, einen entsprechenden Lehrgang zu absolvieren.

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