Die ESG-Strategie für Businessentwicklung ist ein neuer Trend, der im Westen immer mehr diskutiert wird und auch in anderen Regionen endlich Einzug hält. ESG hat gute Perspektiven, weil dadurch nicht nur die Gewinnrate im Unternehmen steigt, sondern auch, weil die gesamte Welt besser wird. Denn die Abkürzung ESG steht für Umwelt, Gesellschaft und Verwaltung.  

Zum ersten Mal sprach man über dieses Konzept 2004, als sich der damalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan an die Weltkonzerne mit der Bitte gewandt hatte, ihre Entwicklungsstrategien zugunsten der Sorge um die Welt und um die kommenden Generationen zu revidieren. Sein Appell bekam den Titel „Who Cares Wins“ („Wer nicht gleichgültig ist, gewinnt“). Aber erst 20 Jahre danach wurden seine Grundsätze allgemein anerkannt und sind seither in die internationale Business-Kultur als ihr unabdingbarer Bestandteil eingegangen. Diese Grundsätze zu missachten oder gar nichts darüber zu wissen, gilt heute als schlechter Ton.

Wie funktioniert die Entwicklungsstrategie ESG?

Wie funktioniert die Entwicklungsstrategie ESG

Zuerst sollten wir verstehen, woraus diese Strategie besteht und wie sich ihre Komponenten im realen Leben manifestieren:

  • Environment (Umwelt). Das ist im Grunde genommen jede Tätigkeit des Unternehmens, die auf eine Verbesserung der ökologischen Situation in der Welt und auf die Lösung entsprechender Probleme gerichtet ist. Dazu gehören abfallfreie Produktion, Mülltrennung, Verzicht auf Giftstoffe bei Produkten aus Kunststoff oder Polyethylen usw. Das Environment-Prinzip lässt sich am besten im Rahmen des Einzelhandels umsetzen. Ein Beispiel: Der bekannte amerikanische Hersteller von Bekleidung und Schuhen “Timberland” produziert die Schuhsohlen aus den verarbeiteten Autoreifen der Firma Omni United.

  • Social (Gesellschaft). Dieses Prinzip setzt jede Tätigkeit voraus, die auf der Kommunikation aufbaut, unabhängig davon, ob das die Kommunikation mit den Mitarbeitern oder mit Kunden, Partnern und sogar Konkurrenten ist. Die häufigsten Praktiken dieses Prinzips sind zum Beispiel Krankenversicherung für die Mitarbeiter, kostenloses Essen, feste Arbeitszeit, Prämien usw. Kurz – das ist all das, was die Lebensqualität der Menschen erhöht, sowohl derjenigen, die für die Firma direkt arbeiten, als auch derjenigen, die nur ihre Dienstleistungen in Anspruch nehmen.

Die Oberbekleidungsmarke “Patagonia” produziert zum Beispiel in den Fabriken, die der Marke selbst gar nicht gehören. Deshalb kann die Marke auf die Arbeitsbedingungen der meisten Arbeiter keinen Einfluss ausüben. Trotzdem hat die Marke das Programm „Ehrlicher Handel“ gestartet, bei dem ein Teil der Beträge aus dem Warenverkauf den Fabriken gespendet wird, um ein System von Prämien für die Arbeiter auf den Weg zu bringen.  

  • Governance (Verwaltung). Dieser Grundsatz ist nicht so sehr für die Unternehmen selbst, sondern für Investoren sehr attraktiv, weil er sich in maximaler Transparenz, Firmenkultur und Korruptionsbekämpfung umsetzen lässt. Wenn man zum Beispiel auf die Aktien verzichtet, die mehrere Stimmen auf sich vereinigen, kann das Unternehmen neue Investitionen bekommen, weil diese Aktien im ESG-Rahmen als toxisch gelten, denn sie würden die Stimmen der Minderheitsaktionäre entwerten.   

Deshalb wird die ESG-Strategie in Unternehmen nur zu einem bestimmten Zweck eingeführt. Das macht man in der Regel,

  • um Unternehmen für Investoren attraktiver zu machen. Wie schon erwähnt, trägt dazu der Punkt Governance am besten bei. Unternehmen mit ESG-Ideologie bekommen viel leichter Kredite, weil die Banken sicher sind, dass diese Unternehmen über langfristige Entwicklungspläne verfügen. Die Erfüllung von sozialen Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern und die Sorge um die Umwelt tragen laut Statistik zur Stabilität im Business und zur Steigerung seiner Finanzwerte bei.

  • Um den Ruf des Unternehmens auf dem Markt zu verbessern. Es ist schließlich nicht nur nützlich, sondern auch modisch, sich heute um die Umwelt zu kümmern.  Mehr noch: es ist direkt vorteilhaft, denn das ist eine gute Werbung, die die moralischen Werte des Unternehmens aufzeigt und dadurch die Kundentreue und Markenbekanntheit erhöht.  

  • Um das Image des Unternehmens als Arbeitgeber zu erhöhen. Dasselbe betrifft den Punkt Social: je besser die Arbeitsbedingungen sind, desto mehr Menschen wollen im Unternehmen arbeiten, desto populärer ist es. Man denkt dabei an Google!

  • Um die Marketing-Instrumente zu diversifizieren und die Beziehungen zum Publikum zu festigen. Dieses Ziel geht mit den beiden vorherigen Zielen einher, weil die Verbundenheit mit der ESG-Strategie heute nicht nur zum guten Ton gehört, sondern auch die Grundlage des modernen Marketings bildet. ESG eröffnet unter anderem neue Instrumente und Möglichkeiten für Produktförderung, zum Beispiel den Zugang zu Umweltschutz- oder Life-Style-Veranstaltungen, zur Werbung auf entsprechenden Plattformen usw.

Warum ist aber dieser Trend erst jetzt so populär geworden? Experten zufolge liegt das an der Millennials- und Z-Generation. Heute sind das schon erwachsene Menschen und Fachleute, die den Markt entwickeln. Ihre Werte unterscheiden sich stark von den Werten der älteren Generationen. Diese Menschen sind mehr auf die Ideen des Humanismus und des Wohlergehens in der ganzen Welt ausgerichtet als auf Egozentrismus und den „Hier-und-Heute-Profit“.

Welche Risiken drohen dem Business bei Nichteinhaltung der ESG-Prinzipien?

Welche Risiken drohen dem Business bei Nichteinhaltung der ESG-Prinzipien

Die Vorteile dieser Strategie liegen auf der Hand. Doch manchen scheinen sie nicht ausreichend zu sein. Zugegeben: ESG ist in keinem einzigen Land als Gesetz verankert und für Business daher nicht zwingend. Trotzdem kann ein Verzicht auf ESG im Jahr 2023 einige Probleme nach sich ziehen:  

  • Reputationsrisiko. Bei Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, bei permanenten Überstunden, beim Fehlen von Prämien und sozialen Garantien kann der Ruf des Unternehmens auf dem Arbeitsmarkt schnell einen Schaden erleiden. Dasselbe betrifft die Fälle, wenn das Unternehmen Ökologie-Prinzipien missachtet und die Umwelt verseucht. Manchmal führt das sogar zu öffentlichen Skandalen.   

  • Platzverlust im Informationsfeld. Die Unternehmen, die im Trend sind, stehen immer auf der Tagesordnung, deshalb sind ihre Werbekampagnen erfolgreich. Wenn man aber von dieser Tagesordnung ausgeklammert ist, bleibt man hinter den „trendigen“ Konkurrenten zurück.

  • Mangel an Finanzierungen. Jeden Tag entstehen weltweit etwa eintausend neue Startups, und es gibt nicht genug Investoren für jedes davon. Um das beste Startup zu wählen, achten die Investoren heutzutage nicht nur auf die Rentabilität und die Technologien des Unternehmens, sondern auch auf seine Firmenpolitik, Entwicklungsstrategie und natürlich auf das Image. 

  • Druck der Gesellschaft und des Marktes. Einigen Angaben zufolge waren im Jahr 2022 schon 64 Prozent der Lieferanten nicht bereit, mit den Unternehmen zusammenzuarbeiten, die ESG nicht befolgten.

Wie lassen sich die ESG-Grundsätze in das eigene Business einführen?

Niemand zwingt Sie dazu, alle Aspekte und Praktiken von ESG auf einmal zu übernehmen, weil ein Großteil Ihres Budgets dafür verwendet werden sollte. Aber relativ schmerzlos für die Unternehmensressourcen kann ESG wie folgt eingeführt werden:

  1. Legen Sie die Hauptrichtungen fest, zum Beispiel: konzentrieren Sie sich nur auf Umweltschutz und fügen Sie die Verarbeitung von Verbrauchsstoffen in die Firmenpolitik ein. So hat zum Beispiel die Firma Nespresso den Kunden einmal vorgeschlagen, ihr die leeren Kaffeekapseln zurückzugeben und verschiedene Prämien dafür zu bekommen. Auf diese Weise zeigt Nespresso nicht nur ihre Sorge um die Umwelt, sondern sie spart auch am Aluminium-Einkauf. 

  2. Analysieren Sie die dem Unternehmen zugänglichen immateriellen Ressourcen und seine nichtfinanziellen Kennwerte, um herauszufinden, wie die Umweltpraktiken mit wenig Aufwand umgesetzt werden können. Es wäre zum Beispiel möglich, kostenlose Kurse für bewussten Verbrauch einzurichten, wenn das Unternehmen eigene Firmenschulungen betreibt.  

  3. Finden Sie die akutesten ESG-Risiken für das Unternehmen und beseitigen Sie diese als Erstes. Vielleicht zwingen die Partner Sie dazu, Governance einzuhalten? Dann können Sie mit der Dokumententransparenz, Optimierung der Lieferketten usw. beginnen.

  4. Bringen Sie die ESG-Grundsätze Ihren Mitarbeitern bei. Denn das ist schließlich nicht bloß eine Strategie, sondern eine praktische Ideologie, deren Implementierung mit Menschen beginnt. Erzählen Sie den Mitarbeitern, was ESG ist und wofür diese Strategie gut ist, fördern Sie entsprechende Werte in der Unternehmenskultur und sammeln Sie das Feedback. Vielleicht werden es die Mitarbeiter selbst sein, die Ihnen ein paar Tipps dazu geben, wie der Social-Aspekt noch zu verbessern ist?

Viele Forschungszentren, große Medien und Firmen erstellen heute ESG-Ranglisten. Und ein Platz darin ist ein Zeichen für Zuverlässigkeit und Stabilität des Unternehmens. Wer es in die ESG-Rangliste von Bloomberg, MSCI oder Just Capital schafft, bekommt neue Möglichkeiten für Finanzierung, Zusammenarbeit und Entwicklung. Lassen Sie sich deshalb diese Chance nicht entgehen, nicht nur das eigene Unternehmen, sondern auch unseren ganzen Planeten besser zu machen!

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